Stücke

April & Mai 2010:

Die Spielverderber... oder das Erbe der Narren

Regie: Achim Hess

Geschrieben wurde es von Michael Ende im Jahre 1967, also 7 Jahre nach „Lukas, der Lokomotivführer“ und 20 bzw. 22 Jahre vor der „Unendlichen Geschichte“ und „Momo“. Es erzählt die Geschichte von zehn bunt zusammengewürfelten Personen, die zu einer Testamentseröffnung in einen alten Palast eingeladen wurden: ein Unternehmer mit Frau und Tochter und ein Kleinkrimineller, eine adlige Zirkusreiterin und ein Spülmädchen, ein hoher Militär und eine alte Bäuerin, ein einfacher junger Mann und eine Lehrerin. In dem Palast werden sie von dem alten Diener des Erblassers und einem Notar empfangen, der jedem von ihnen ein Kuvert mit einem Teil des Erbes überreicht. Beunruhigend für alle ist, dass sie sich weder untereinander noch den Erblasser kennen, was aber aus Angst um das augenscheinlich reiche Erbe keiner zugeben will. Dazu kommt noch, dass die Erbanteile in den geheimnisvollen Umschlägen nur dann verständlich werden, wenn alle wie ein Puzzle zusammengesetzt werden. Aus diesem Zwang zur Zusammenarbeit einerseits und der Angst von den anderen Übervorteilt zu werden andererseits, entwickelt sich eine Atmosphäre des Misstrauens und der Intrige mit tragischen und komödiantischen Elementen. Weil auch der Palast selbst zu leben und sich gegen die Umtriebe der Erbengesellschaft zu wehren scheint, ist der Weg in die Katastrophe unabwendbar. Dass diese schwarze Komödie, die stets spannend zwischen bitteren Wahrheiten und purem Unsinn pendelt, eher selten gespielt wird, hat wohl den Grund, dass es als Ensemblestück mit 12 nahezu „gleichwertigen“ Rollen nicht recht in die Struktur professioneller Bühnen passt.